Mein geliebtes mintfarbenes Vintage-Fahrrad!

Schon ewig wünschte ich mir ein schönes altes Fahrrad, mit dem ich am Wochenende ein wenig auf dem Land herumfahren, auf ganz vielen Fotos verewigen und in das ich einfach ganz viel Liebe stecken könnte. Mal ganz ehrlich: so ein modernes abgefedertes Mountainbike mit Gangschaltung ist zwar für den Alltag sicher praktischer, kann aber optisch einfach so gar nicht mithalten.

In acht Monaten mühsamer Kleinarbeit verwandelte mein Papa eine Ruine von einem Fahrrad – es hatte einige Jahre ungeschützt als Deko im Freien gestanden und war völlig verrostet – in ein liebenswertes Unikat. Zunächst hatte er das alte Fahrrad nur erstanden, um daraus einige Ersatzteile zu gewinnen, am Ende brachte er es aber nicht übers Herz, das alte Schätzchen derart “auszuschlachten”.

Weil mein Papa wusste, das ich mir schon lange ein Vintage-Fahrrad gewünscht hatte, holte er mich ins Boot und ich durfte die Farbe des Rahmens mitbestimmen, an den Fake-Holzfelgen mitarbeiten und übernahm schließlich das Finetuning mit Obstkiste als Korb, mit Korkband umwickeltem Lenker und gehäkeltem Rocknetz (laut meinem Vater ein absolutes “Muss” an einem alten Fahrrad).

Die Anleitung für das Rocknetz fand ich übrigens bei Ravelry – mit so einem Schätzchen kann man sicher auch ein neues Hollandrad kräftig aufwerten.

Das Originalschild “Simson Awtowelo” hat mein Papa bei eBay Kleinanzeigen erstanden und am Fahrrad montiert. “Orschinal”, wie er sagen würde. Ganz im Gegensatz zu der Farbe, die ich mir ausgesucht habe, übrigens. Wäre es nach ihm gegangen, wäre das Fahrrad jetzt nämlich nicht mint, sondern schwarz. Aber ich konnte mich glücklicherweise durchsetzen und so sind nun bloß die zarten Linien schwarz.

Hach – was bin ich verliebt in mein neues altes Fahrrad! Es sieht so charmant aus mit seiner mintgrünen Farbe, den Details in creme, der schwarzen Handlinierung, den Felgen im Holzlook, der schönen Weinkiste, dem Rocknetz, den Leder-Lenkergriffen mit langen Quasten, der alten Lampe, dem mit Fett wieder weich massierten Ledersattel und und und… Es ist einfach so schön geworden!

Mein Kleid ist übrigens die Rosalie aus meinem Buch 1 Schnitt 10 Kleider*, der Stoff stammt von Stoffekontor. Die Sandalen habe ich letztes oder vorletztes Jahr bei Boden* gekauft.

Ich hoffe, ihr mögt mein neues altes Fahrrad ebenso gern wie ich! Bei technischen Fragen muss ich leider passen – ich leite diese allerdings gern an meinen Papa weiter und verfasse hierzu gern nochmal einen eigenen Post.

Eure

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Pretty Places: Street Food Market im Täubchenthal

Morgen ist Herbstanfang und die meisten Blogs quellen über mit Kürbisrezepten? Jaja, ich weiß! Bei mir geht es trotzdem noch ein kleine Weile weiter mit nackten Beinen und Sommerkleidchen, denn ich möchte unbedingt noch ein paar Sachen mit euch teilen, die ich im Sommer erlebt, aber nie hier gepostet habe. Heute ist das Street Food Market Festival im Täubchenthal an der Reihe – an einem eher durchwachsenen Sommertag, über den uns das viele gute Essen sehr wohl hinwegzutrösten vermochte.

Mein Outfit:
Bluse – Long Tall Sally*
Blousonjacke mit Spitze – selbstgenäht
Kette, Shorts – 24 Colours
Rucksack – Gusti Ledertaschen
Sandalen – Boden*

So ein Street Food Festival ist eine feine Sache. Man isst viel und macht viele Fotos, um sich an das Gegessene zu erinnern. Allerdings isst man am Ende so viel Verschiedenes, dass man sich trotz Fotos nicht mehr erinnern kann, was man da eigentlich alles gegessen hat. Das will man dann aber nicht zugeben und sagt einfach: Ich lasse mal die Bilder für sich sprechen, denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Zu meiner Ehrenrettung möchte ich noch kurz einwerfen, dass ich nicht alle der hier gezeigten Gerichte auch selbst verspeist habe. Manche – wie die schwarzen Hot-Dogs – fand ich auch einfach nur interessant anzuschauen. Frittiertes Eis zum Nachtisch, anyone?

Insgesamt fand ich den Food Market ein gelungenes Event, wenngleich man für eine Portion der meisten Gerichte etwa 10€ hinblättern musste. Möchte man sich also einfach nur mal “durchprobieren”, wird das Ganze ein recht teurer Spaß. Aber irgendwann ist man ja dann doch auch einfach mal satt – und wenn man mit Freunden hingeht, kann man sich super in das Essen reinteilen und mehr kosten, als einem guttut. Auf der Feinkost gibt es übrigens auch regelmäßig einen Street Food Market – hat den schon jemand getestet?

Ich hoffe, ihr seid nun alle hungrig und sage: Guten Appetit!

Eure

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Auf einen Kaffee mit… Coquetón

Unter der Kategorie “Auf einen Kaffee mit…” möchte ich euch ab sofort öfter kreative Menschen aus Leipzig vorstellen, die meinen Weg gekreuzt haben und mir im Gedächtnis geblieben sind. Ganz einfach deshalb, weil ich es wunderbar finde, die kreative Szene meiner Heimatstadt sichtbar zu machen, die Geschichten hinter liebevoll gestalteten Produkten zu hören – und weil ich es mag, wenn Menschen sich gegenseitig unterstützen.

Meinen ersten Kaffee (der in diesem Falle ein Tee war) trank ich mit den Mädels von Coquetón, meinen lieben Ladennachbarinnen Sandra und Svenja aus der Kochstraße 25. Dabei erzählte mir Sandra ein wenig von den Anfängen…

Sandra startete ihr Label Coquetón 2009 und verkaufte die Kindersachen zunächst auf Flohmärkten, bevor sie Ende 2011 ihren ersten eigenen Laden in Leipzig-Connewitz eröffnete. Nachdem dieser gut lief, zog sie im November 2013 in die Kochstraße – und bald war Schwester Svenja mit im Boot.

Eigentlich ist Sandra Übersetzerin. Sie lebte einige Zeit in Spanien, kaufte dort gern Stoffe und begann, für ihren Sohn Kleidung zu nähen. Dabei kam ihr die Idee für ihr eigenes Label, das sie dann nach der Rückkehr nach Deutschland gründete. Aus der Zeit in Spanien stammt übrigens auch der Name “Coquetón”, was so viel wie hübsch, niedlich oder nett bedeutet und von Sandra schnell als passender Name für Kindersachen befunden wurde.

Ihre Kinderkleidung nähen die beiden Schwestern mittlerweile vor allem aus Stoffen von skandinavischen, deutschen und türkischen Herstellern. Neue Stoffe sollen bei ihnen mindestens dem Standard Ökotex 100 entsprechen, aber noch lieber ein GOTS-Siegel aufweisen. Auch mit Recycling arbeiten Sandra und Svenja nach wie vor gern, finden es aber schade, wenn aus den wiederbel(i)ebten Resten nicht wenigstens 2-3 Kleidungsstücke pro Größe werden.

Zwei Mal im Jahr – jeweils im Sommer und Winter – entsteht übrigens eine neue Kollektion. Ebenso wie alle Unikate wird auch die Kollektion im hauseigenen Atelier von den beiden Schwestern angefertigt. Die Kollektionsstücke reichen von den Größen 56 bis 146, auf Anfrage können jedoch auch andere Größen umgesetzt werden.

Anfertigung und Individualisierung spielen auch bei Coquetón eine große Rolle. Gern werden beispielsweise Babydecken individuell zusammengestellt oder Stücke mit dem Namen des Kindes personalisiert. Auch bei der Einrichtung des Kinderzimmers helfen die Schwestern gern weiter und fertigen auf Wunsch Kissen, Wickelauflagen, Vorhänge, Bettnestchen und sogar Sitzsäcke an. Nach ein bis drei Wochen liegt das neue Lieblingsstück dann im Laden zur Abholung bereit.

Neben Kinderkleidung und Accessoires verkaufen Sandra und Svenja übrigens auch Kurzwaren und Stoffe. Zudem arbeiten sie gerade an einer Umstandsmodenkollektion, die demnächst in den Verkauf gehen soll. Es bleibt also spannend!

Am wichtigsten ist Sandra und Svenja übrigens, dass die Dinge, die sie mit viel Liebe anfertigen, lange halten und mitwachsen. So gab es schon den Fall, dass ein Kind 3 Jahre die selbe Hose tragen konnte. Slow Fashion vom feinsten, handmade with love in Kochstraße.

Ihr wollt Coquetón einen Besuch abstatten? Geöffnet ist der Laden immer am Montag, Mittwoch und Freitag von 10-18 sowie am Dienstag und Donnerstag von 10-14 Uhr. Und wenn ihr einmal da seid, kommt gleich ums Eck bei mir im “Schleifenfänger” Hallo sagen. Seid ihr nicht aus Leipzig, könnt ihr einige der Baby- und Kindersachen auch im Coquetón-Onlineshop bestellen.

Ich hoffe, für einige von euch war mein Beitrag eine schöne Anregung, die Augen offenzuhalten – sei es in der eigenen Stadt oder im Urlaub – und lieber kleine kreative Unternehmen statt großer Ketten zu unterstützen.

Eure

Pretty Places: Eis am Stünz

Das schöne am Umziehen – und sei es wie in unserem Falle nur in ein anderes Stadtviertel – ist doch, dass man mal eine ganz andere Gegend näher kennenlernt, neue Orte entdeckt und beginnt, die eigene Stadt wieder mit ganz anderen Augen zu sehen. In solchen Momenten fühlt es sich für mich nicht an, als würde ich mit wenigen Unterbrechungen seit meiner Geburt in Leipzig leben. Sondern eher so, als wäre ich eine Touristin und würde diese Stadt gerade zum ersten Mal besuchen. Und genau das ist so wunderbar!

Wie oft bin ich in den letzten Jahren im Stünzer Park spazieren gegangen und doch wusste ich nie, dass sich gleich daneben eine süße alte Eisdiele befindet, die so original ist, dass sie schon wieder total cool ist und an der sich an warmen Tagen mit einem Schlag von überall her Menschen sammeln, die anscheinend aus irgendeiner sicheren Quelle wissen, dass das “Eiscafé am Stünzer Park” nun wohl wieder geöffnet ist.

Als wir da waren, gab es übrigens genau eine Sorte Softeis aus einer riesigen grünen Retro-Softeismaschine (die eigentlich nicht Retro war, sondern einfach nur alt) – und zwar Schoko-Vanille. Und genau diese Sorte Softeis schmeckte in einer riesigen Waffel mit Sahne obendrauf einfach nur himmlisch! Das muss dieses DDR-Softeis sein, von dem immer alle so wehmütig sprechen.

Kleid Franzi – selbstgenäht
Jeansjacke – secondhand
Sonnenbrille – Fred Flare
Ballerinas – Camper

Entsprechend glücklich drehten wir dann noch ein wenig im Stünzer Park unsere Runden – und werden garantiert zurückkommen. Vielleicht werden wir ja auch irgendwann in den Kreis derer aufgenommen, die aus irgendeiner sicheren Quelle wissen, dass das “Eiscafé am Stünzer Park” nun wohl wieder geöffnet ist. Tihi.

Eure